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„Eine unfassbare Erfolgsgeschichte“

Das Kindernetzwerk United Kids Foundations feiert 20. Geburtstag

Zwei Männer in Anzügen stehen zwischen zwei Flaggen mit dem Logo der United Kids Foundation.

Bewegung, Gesundheit, Bildung und Gemeinschaft. Dafür steht United Kids Foundations seit 20 Jahren. Das Kindernetzwerk wurde im Jahr 2005 von der Volksbank BRAWO gegründet und hat sich seither zu einer der größten sozialen Initiativen bundesweit entwickelt. Über 670 Projekte wurden in dieser Zeit auf den Weg gebracht, von lokalen Bewegungsaktionen über bundesweite Aufklärungskampagnen bis hin zu langfristigen Förderinitiativen für Kinder in schwierigen Lebenslagen. Mehr als 360.000 Kinder profitierten bisher von den Aktivitäten des Kindernetzwerks der BRAWO GROUP, dass auch von der Braunschweiger Privatbank unterstützt wird. Im Interview sprechen die Initiatoren Jürgen Brinkmann und Robert Lübenoff über die Anfänge von United Kids Foundations, die Beweggründe dahinter und die persönliche Motivation, Gutes zu tun.

Herr Brinkmann, Herr Lübenoff, 20 Jahre United Kids Foundations – was bedeutet dieses Jubiläum für Sie persönlich?
Brinkmann: „Zuerst einmal empfinde ich große Dankbarkeit. Wenn mir vor 20 Jahren jemand das heutige Ergebnis vorausgesagt hätte, hätte ich ihn als Fantast abgetan. In diesen 20 Jahren sind so viele unwahrscheinliche Dinge geschehen, wir haben so viel Unterstützung erhalten, und die gesamte Region Braunschweig-Wolfsburg hat das Thema so großartig angenommen und unterstützt – das hätte ich nie für möglich gehalten. Eine unfassbare Erfolgsgeschichte.“
Lübenoff: „Für mich persönlich ist United Kids Foundations neben der Umsetzung unseres Stiftungs-Programms fit4future die schönste Erfolgsgeschichte meines bisherigen Lebens. Da entwickelst du zuhause am Schreibtisch eine Idee und ein Konzept für eine Hilfs-Allianz für Kinder – und 20 Jahre später ist diese Idee ein einzigartiges Netzwerk für Kinder, das bundesweit seinesgleichen sucht. Das macht mich einfach unfassbar glücklich und dankbar.
Vor allem, weil du, Jürgen, nicht nur an die Idee geglaubt hast, sondern von Beginn an mit Herzblut und der Kraft deiner Möglichkeiten United Kids Foundations vorangebracht hast. Und das ist übrigens heute noch genauso wie am ersten Tag.“

Warum und wie kam es zu der Gründung von United Kids Foundations?
Lübenoff: „Aufgrund meiner Tätigkeit hatte ich Kontakt und Zugang zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten, Institutionen und Unternehmen. Viele hatten „ihre Charity“, eigene Programme, vor allem für Kinder. Aber es gab keinen gemeinsamen Ansatz. Dabei ist man doch gemeinsam bekanntlich stärker. Also luden wir Player wie die Bertelsmann-Stiftung, Peter Maffay, Boris Becker, die Cleven-Stiftung, Laureus Sport for Good, Mercedes-Benz und Veronica Ferres ein, sich auf einer Plattform namens United Kids Foundations gemeinsam für Kinder stark zu machen, gemeinsam Geld zu sammeln und gemeinsam Öffentlichkeit für die Sorgen und Probleme von Kindern herzustellen. Und das alles in einer Region – der Region Braunschweig/ Wolfsburg. Nachdem anfängliche Eitelkeiten und Profil-Orientierungen überwunden waren, ist das soziale Start-up durchgestartet.“
 

Was ist das Erfolgsrezept von United Kids Foundations?
Brinkmann
„United Kids Foundations ist ein Netzwerk. Ein Netz ist immer nur so stark wie der einzelne Knoten. Je mehr Knoten es hat, umso größer und leistungsfähiger ist es. Bei uns ist jede Stiftung, jeder Prominente, alle Medien, jeder Politiker, jeder Mitarbeiter, jedes Unternehmen, kurzum alle, die uns unterstützen, ein Knoten. Diese Knoten zu orchestrieren, jedem seine Bedeutung deutlich zu machen, dafür zu sorgen, dass kein Knoten nachlässt in seinem Engagement, und die Anzahl der Knoten kontinuierlich zu vergrößern, das ist das große Erfolgsrezept aus meiner Sicht. Ich bin stolz darauf, dass uns dieses „Management“ der Knoten jetzt schon über 20 Jahre gelungen ist.“

Welche Momente, Menschen oder Meilensteine aus den vergangenen zwei Jahrzehnten sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Brinkmann: „Natürlich hat es in den 20 Jahren viele sehr ergreifende Momente gegeben, die mich immer wieder motiviert haben, nicht nachzulassen im Engagement für das gemeinsame Ziel. Wenn man sich über so einen langen Zeitraum mit dem Schicksal von benachteiligten Kindern beschäftigt, wird einem deutlich, dass man erstens, persönlich sehr viel Glück im Leben gehabt hat, zweitens, dass auch in einem reichen Land wie Deutschland es vielen Kindern nicht gut geht und drittens, dass wir wahnsinnig viel schaffen können, wenn man Menschen motiviert und mitnimmt für die richtige Sache.
Ich persönlich glaube, es ginge noch viel mehr in Deutschland, wenn man den Menschen die Probleme richtig erklärt und ihnen dann Perspektiven zur Lösung aufzeigt. United Kids Foundations ist für mich ein leuchtendes Beispiel dafür.“
Lübenoff: „Der erste walk4help 2019 war für mich das Highlight in 20 Jahren United Kids Foundations. Über 11.000 Menschen sind für Kinder-Projekte auf die Straßen von Braunschweig gegangen, sind über 50.000 Kilometer gewalkt, um 1,1 Millionen Euro zu sammeln. Da ist eine ganze Region aufgestanden – das war ein grandioses Solidaritäts-Statement, das es so vorher in der BRAWO-Region noch nicht gegeben hat. Dass wir dann sechs Jahre später beim zweiten walk4help in diesem Jahr die Spendensumme fast verdoppelt haben, zeigt, wie sich United Kids Foundations in der Region weiterentwickelt hat und unterstützt wird.“

Was motiviert Sie persönlich, sich seit so vielen Jahren für Kinder und Jugendliche zu engagieren?
Lübenoff: „Die Kinder, die unsere Hilfe brauchen. Aber auch, und vor allem, die Menschen, die uns und unsere Projekte unterstützen. Der Mensch ist im Grunde gut! Und bei United Kids Foundations kommt dieses Gute ganz besonders zum Vorschein. Es gibt ein Heer von Supportern, deren Engagement und Nächstenliebe inspiriert und motiviert. Und: Gutes tun tut einem selbst unglaublich gut.“
Brinkmann: „Es gibt nichts Schöneres als in strahlende Kinderaugen zu schauen. Kinder sind so dankbar, selbst für kleinste Geschenke oder die kleinste Unterstützung. Selbst, wenn dieses direkte Feedback jetzt nicht mehr kommen würde, reichen die schönen Momente der letzten 20 Jahre für viele weitere Jahre. Diese strahlende Dankbarkeit ist eine unglaubliche Motivation für mich. Ich kann Robert nur beipflichten, Gutes tun, tut unheimlich gut.“