Schutz des Stiftungskapitals

Angesichts der aktuellen Zinssituation und der stetig wachsenden Inflation ist das Anlagemanagement von Stiftungen vor substanzielle Herausforderungen gestellt. Das Stiftungskapital, das oft in festverzinslichen Wertpapieren angelegt wird, verliert real an Wert, sollte sich der an den Kapitalmärkten erzielbare Zins dauerhaft unter dem Inflationsniveau bewegen.

Der „KunstraumKunze“ zählt heute für junge Künstlertalente und Kunstinteressierte zu den wichtigsten Orten in der Region Gifhorn-Braunschweig-Wolfsburg. Die Publikation 'Résumè' ist ein wichtiger Teil der Förderung durch die Stiftung

Der „Zinskupon“ als sichere Renditequelle ist ein Relikt der Vergangenheit. Trotz dieser recht deutlichen Entwicklung sehen einige sehr optimistische Beobachter einen „Silberstreif am Horizont“. Auch wenn nach einer langen Niedrigzinsphase die Zinsen wieder steigen, wird die Zukunft jedoch nicht vergleichbar sein mit dem Boom der 1980er Jahre, als das Zinsniveau teilweise über sechs Prozent lag. Bei einer Inflation von fünf Prozent in der EU oder gar sieben Prozent in den USA bleibt der Wertverlust durch Inflation dauerhaft eine der größten Herausforderungen der Stiftungen.

Das Erkennen auch die Stifter: Zunehmend artikulieren sie den Wunsch, das Stiftungskapital nicht nur nominell, sondern auch real erhalten zu wollen. Stiftungen, die die hohen Inflationsraten ausgleichen wollen, überlegen, auf Anleihen zurückzugreifen, die zwar am Kapitalmarkt eine höhere Rendite versprechen, aber auch ein erheblich höheres Risikoprofil aufweisen. Um es zu verdeutlichen: Wenn neben der Inflationsrate von etwa fünf Prozent eine Rendite von zwei Prozent für den Stiftungszweck erzielt werden soll, läuft dies auf ein Renditeziel von sieben Prozent hinaus. Dies geht nur, wenn signifikant höhere Risiken eingegangen werden. Doch hierbei fragt man sich zu Recht: Welche Risiken soll (und darf) eine Stiftung, deren Zweck der verantwortungsvolle Umgang mit dem Stiftungsvermögen ist, dabei überhaupt eingehen?

Immobilien als strategische Assetklasse
Angesichts dieses neuen Anlageumfelds stehen viele Stifter vor der Frage, wie die Stiftung und das Management auskömmliche Erträge für den Stiftungszweck erwirtschaften können. Die Asset Allocation muss zunehmend nicht nur aus Risikodiversifikationsgründen streuen, sondern auch aus Ertragsgesichtspunkten. Somit rücken Sachwerte in den Mittelpunkt der Anlagestrategien. Denn Stiftungen brauchen, in erhöhtem Maße als zuvor, Sachwerte, um einen realen Kapitalerhalt zu gewährleisten.

Die meisten denken hier zuerst an die Aktie als Substanzwert. Doch selbst bei einem grundsätzlich konstruktiven Bild der Aktienmärkte bergen auch Aktien ein hohes Volatilitätsrisiko, das angesichts aktueller geopolitischer Krisen (wie der Russland-Ukraine-Konflikt) in Zukunft tendenziell eher steigen wird. Auch die Aktie bietet nicht allein die erforderliche Sicherheit für eine nachhaltige Sicherung des Stiftungskapitals. Doch welche Alternative gibt es zur Aktie, die weniger Volatilitätsrisiken birgt und zugleich eine langfristige Rendite gewährleistet? Dies sind klassischerweise Immobilien. Die Immobilie, der eigentliche Sachwertklassiker, wird von vielen Stiftungen immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. Immobilien spielen in der Portfoliogestaltung leider eine eher sekundäre Rolle. Teilweise werden sie in der strategischen Betrachtung des Gesamtportfolios aus opportunistischen Beweggründen erwogen – weil eine Immobilie bereits Teil der Vermögenswerte war – oder sie bleiben komplett außen vor.

Warum eigentlich? Besitzt doch die Immobilie als strategische Assetklasse überzeugende Vorteile:
Dabei gilt der Fokus nicht nur der Gewerbeimmobilie. Mit dem tendenziell steigenden Bedarf an Wohnraum kommt ein weiteres Segment hinzu. Insgesamt machen vertraglich abgesicherte periodische Mieteinnahmen die Immobilie zu einem zukunftsfesten, nachhaltigen Anlageobjekt. Eine langfristige Vermögensanlagestrategie kommt ohne die Assetklasse der Immobilien nicht aus. Dies vor allem, weil sie stabile und nachhaltige Erträge erwirtschaften. Von Kritikern wird oftmals die Illiquidität von Immobilien gegenüber liquiden Assetklassen hervorgehoben. Doch dies sollte für Stiftungen nachrangig sein. Stiftungen verfügen in der Regel über einen äußerst langen Anlagehorizont, der prinzipiell bis in die Ewigkeit reicht. Damit ist die Fungibilität der Assetklasse sekundär, wenn dafür konstante, das Kapital real erhaltende Renditen erzielt werden können. Der Stabilitätsaspekt ist für Stiftungen weitaus relevanter und diesen können Immobilien besser als andere Assetklassen erfüllen.

Stefan Riecher
Der begründete Wunsch nach einem realen Kapitalerhalt des Stiftungskapitals sowie die Minimierung von Volatilitätsrisiken erfordert mehr denn je ein Umdenken beim Anlagemanagement von Stiftungen und eine neue Diskussion über die Rolle von Immobiliensachwerten im Stiftungsportfolio. -
Stefan Riecher, Direktor der Braunschweiger Privatbank


Strukturieren
Es zeigt sich also, dass die Immobilie mit ihren Vorteilen einen festen Platz in der Portfoliogestaltung verdient und Stiftungen dies konstruktiv nutzen sollten. Doch auch bei Immobilien gilt: Ein gutes Investment erfordert eine durchdachte Strategie, die notwendige profunde Kompetenz und einen guten Marktüberblick. Das Primat der Diversifikation hat auch für Immobilien eine große Bedeutung. Wie bei Aktien gibt es bei Immobilien konservativere und dynamischere Anlagemöglichkeiten. Zudem müssen gesellschaftliche Megatrends, verändertes Konsumverhalten und insbesondere die Auswirkung der Coronakrise auf den Immobilienmarkt berücksichtigt werden. Dies alles macht eine kluge Immobilienportfolioplanung unabdingbar. Nicht alle Immobilien sind gleichermaßen krisenfest. Homeoffice, die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Einzelhandels gegenüber dem wachsenden Onlinetrend sowie der neue Stellenwert von Lokalität und Nähe verändern auch den Immobilienmarkt. Stiftungen sollten über diese Entwicklungen ausreichend informiert sein und sie bei der Portfolioplanung berücksichtigen. Dies erfordert eine kompetente Beratung, die über Chancen und Risiken des Immobilienmarkts wie auch über globale Megatrends Bescheid weiß.

Kapitalerhalt und Risikominimierung
Unsere Welt steht vor eklatanten Herausforderungen. Klimawandel, neue geopolitische Krisen und voraussichtlich wiederkehrende Pandemien. Allein die Ukraine-Krise hat zu einem tiefgreifenden Strukturwandel der Weltwirtschaft geführt. Die Öl- und Heizpreise schießen durch die Decke. Ob und wann sich die Weltwirtschaft von diesem Schock erholen wird, ist ungewiss.

Doch gewiss ist, dass die Ukraine-Krise nicht die letzte tiefgreifende Krise der Weltwirtschaft sein wird. Der begründete Wunsch nach einem realen Kapitalerhalt des Stiftungskapitals sowie die Minimierung von Volatilitätsrisiken erfordert mehr denn je ein Umdenken beim Anlagemanagement von Stiftungen und eine neue Diskussion über die Rolle von Immobiliensachwerten im Stiftungsportfolio. Wir bei der Braunschweiger Privatbank (als Teil der BRAWO GROUP) möchten uns in diese Debatte einbringen und unseren Stiftungskunden mehr Möglichkeiten bieten, die Immobilie als Assetklasse in die Portfoliostrategien zu integrieren. Denkbar wären beispielsweise Investmentlösungen, bei denen Stiftungen die Möglichkeit eröffnet wird, an den Immobilienportfolien der Bank zu partizipieren.

 

Die BRAWO GROUP ist eine starke genossenschaftliche Unternehmensgruppe mit einem großen Immobilienportfolio an Bestandsimmobilien. Sie erwirtschaftet dank langfristiger Mietverträge mit hochsolventen Mietern stabile Erträge und geht bei der Investitionsauswahl äußerst selektiv vor. Darüber hinaus verfügen wir auch über eine hohe Expertise bei der Projektentwicklung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung.

Bei den Projektentwicklungen konzentrieren wir uns vor allem auf die Entwicklung von Standorten bis hin zu Quartieren im Austausch mit den Kommunen. Die BRAWO GROUP hält zurzeit bundesweit etwa 600.000 Quadratmeter an Immobilien im Wert von über einer Milliarde Euro, wodurch Mieteinkünfte von rund 64 Millionen Euro pro Jahr generiert werden. „Wichtig ist, dass Stiftungen den Strukturwandel ihres Portfolios nicht unüberlegt angehen, sondern mit Bedacht und mit Weitblick. Hierfür benötigen sie einen vertrauensvollen Partner mit Erfahrung und Expertise“, fasst Stefan Riecher zusammen.


 In Kürze ...
... unsere Kernpunkte: Welche Risiken soll (und darf) eine Stiftung überhaupt eingehen?

  • Stiftungen brauchen Sachwerte, um einen realen Kapitalerhalt zu gewährleisten.
  • Die Immobilie wird von vielen Stiftungen immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. Warum eigentlich?
  • Eine langfristige Vermögensanlagestrategie kommt ohne die Assetklasse der Immobilien nicht aus.
  • Auch bei Immobilien gilt: Ein gutes Investment erfordert eine durchdachte Strategie, die notwendige profunde Kompetenz und einen guten Marktüberblick.
  • Wir bei der Braunschweiger Privatbank möchten unseren Stiftungskunden mehr Möglichkeiten bieten, die Immobilie als Assetklasse in die Portfoliostrategien zu integrieren.

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15. August 2022 von Presse