Vorabpauschale für Fonds wird ab Januar 2019 zum ersten Mal fällig

Wenn Sie Geld in Fonds investiert haben und auf Ihrem Kontoauszug Anfang 2019 unter dem Betreff „Fondsbesteuerung“ eine Abbuchung durch Ihre Bank feststellen, handelt es sich dabei um die neu eingeführte "Vorabpauschale" (VAP). Infolge einer gesetzlichen Änderung der Investmentbesteuerung wird dieser Beitrag an das Finanzamt weitergeleitet. Wir erklären Ihnen, was sich hinter der Vorabpauschale verbirgt, wie sie berechnet wird und was sie für Ihre Finanzen bedeutet.

Vorabpauschale bei Aktienfonds ausrechnenfotolia // Charlie's

Änderung der Investmentbesteuerung betrifft vor allem thesaurierende Fonds

Infolge von Änderungen der Investmentbesteuerung werden neuerdings alle Publikumsfonds steuerlich gleich behandelt. Nun spielt es keine Rolle mehr, ob die Fonds ihre Erträge an die Anleger ausschütten oder diese direkt wieder anlegen, wie es bei sogenannten thesaurierenden Fonds geschieht. Zudem ist es irrelevant, ob die Fonds in Deutschland oder im Ausland aufgelegt wurden. In der Praxis wird die Vorabpauschale vor allem für thesaurierende Fonds relevant.

Die Vorabpauschale wird von der Bank bzw. dem depotgebenden Institut berechnet und ist die Grundlage für die automatische Abbuchung ab dem 2. Januar 2019. Aus der Berechnung ergibt sich ein fiktiver Ertrag, den Anleger im Laufe des Jahres mit ihren Fondsanteilen erzielt haben. Darauf wird eine Abgeltungssteuer fällig, die ans Finanzamt geht.

Rechenformel für die Vorabpauschale

Die Rechenformel für die Vorabpauschale lautet folgendermaßen:
Vorabpauschale = (Basisertrag) - (Ausschüttungen im Jahr 2018)

  • Basisertrag = (70 Prozent des jährlichen Basiszinses) x (Rücknahmepreis der Fondsanteile am 02.01.2019)
  • Der Rücknahmepreis gibt an, welchen Preis der Anleger an diesem Stichtag beim Verkauf seiner Anteile erzielen würde.
  • Den Basiszins legt die Bundesbank jedes Jahr neu fest. Er leitet sich aus der langfristig erzielbaren Rendite öffentlicher Anleihen ab. Gegenwärtig liegt er bei 0,87 Prozent.

Wichtig: Die Vorabpauschale kann nicht negativ sein. Daher entfällt sie, wenn ein Fonds aufs Jahr gesehen Verluste macht. Angesichts der Talfahrt und Turbulenzen an den Börsen in den letzten Monaten wird die Pauschale daher häufig nicht fällig werden.

Vorsorgemaßnahmen: Freistellungsauftrag einrichten und Kontodeckung gewährleisten

Trotzdem können Sie einige Vorbereitungen treffen. Sofern Sie einen Freistellungsauftrag einrichten und der Beitrag unterhalb des Sparerpauschbetrags von 801 Euro (bzw. 1602 Euro bei Ehepaaren) liegt, bleibt Ihr Konto unberührt. Gleichwohl erhalten Sie in dem Fall eine schriftliche Benachrichtigung, wenn die Vorabpauschale mit dem Freistellungsauftrag verrechnet wurde.

Falls sich ein Steuerabzug mithilfe des Freistellungsauftrags aufgrund einer hohen Anlagesumme nicht komplett vermeiden lässt, sollten Sie für eine ausreichende Deckung Ihres Verrechnungskontos sorgen. Falls das Konto keine Deckung aufweist, dürfen die Banken für die Abbuchung auch den Dispokredit nutzen.

Gespräch mit Kundenbetreuer vereinbaren

Gerne steht Ihnen Ihr Kundenbetreuer für ein Gespräch zur Verfügung, um Ihnen die Details zur neuen Vorabpauschale zu erläutern und Ihnen Tipps zu geben, wie Sie damit am besten umgehen können. Zudem zeigt er Ihnen auf, welche Folgewirkungen sich daraus für die Geldanlage und die Steuerbelastung noch ergeben (können).

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