„Inflation? Nicht so schlimm bei uns!“

Das Thema Inflation beherrscht den Deutschen Finanzmarkt. Wie es sich im Nachbarland Schweiz verhält, erläutert Thomas Heinisch, Spezialist für Fondsmanagement bei der Braunschweiger Privatbank, in seinem Experten-Beitrag.

„Inflation? Nicht so schlimm bei uns!“

So sagen es die Eidgenossen aus dem Alpenland mit den lila-weißen Kühen.

In der EU und den USA liegt der Konsumentenpreisindex knapp unter der 10% Marke, in Großbritannien wurde die Marke von 10% gerade übersprungen und in der Schweiz reden wir über 3,5%.

 Auch in der Schweiz wird das Leben teurer, wo es nach unseren Maßstäben ohnehin schon sehr teuer ist. Hier waren im August – im Vergleich zum Vormonat – Lebensmittel und Krankenhausdienstleistungen, soziale Dienste und Wohnungsmieten anteilig hoch, während die Mietpreise für private Verkehrsmittel, Treibstoffe und Laboranalysen im Preis gesunken sind.

Auf Jahressicht waren auch hier die Preistreiber die Importgüter, während sich inländische Güter nur um 1,8% verteuerten. Besonders stark sind auch dort die Erdölprodukte im Preis gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat um beachtliche 42,3%.

Warum also steigt die Inflation in der Schweiz nicht stärker als die bereits genannten 3,5% im Jahresvergleich?

Das liegt einerseits an der starken einheimischen Währung. Auf Jahressicht hat sich der Franken gegenüber den Haupthandelspartnern im Euroraum um ca. 10% verteuert und dementsprechend die Importe verbilligt. Andererseits ist die schweizerische Wirtschaft deutlich energieeffizienter als vergleichbare Volkswirtschaften in der EU oder in den USA. Es wird weit weniger Energie verbraucht, um das gleiche wirtschaftliche Ergebnis zu erzielen. Deutschland benötigt bspw. mehr als das Doppelte an Energie für die gleiche wirtschaftliche Leistung.

Die schweizerischen Bürger verfügen über z. T. deutlich höhere Einkommen, weshalb sie einen prozentual geringeren Teil ihres Einkommens für fossile Energien ausgeben. In die Berechnung des Konsumentenpreisindex fließt demzufolge für fossile Energien nur eine Quote von 3,03%. In Deutschland fließt die Preisentwicklung dieser Güter mit 7,11 Prozent ein und in den USA mit 4,97%.

Pharmazeutika haben einen zehnfachen Wert und sind die wichtigste Warengruppe des Landes. Die Arzneimittelpreise fallen in der Schweiz stetig, seit Beginn der Pandemie um über 4% und ca. 22% in den letzten 10 Jahren.

Beim Diesel ist die Abgabenlast in Rappen festgelegt, sie beträgt 0,7632 Franken und ist fix. Steigen die Ölpreise, steigt die Steuerquote nicht mit und wirkt somit bremsend.Erkennen Sie die Unterschiede? Na, vielleicht lesen die Richtigen mit.

 Für weitere Lösungen, wie auch Sie am besten mit der Inflation in Deutschland umgehen können, sprechen Sie uns an. Die Experten in allen Finanzfragen der Braunschweiger Privatbank stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.

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02. November 2022 von Presse