Börseninvestments - Kühler Kopf anstatt Corona-Panik

Zum Jahresanfang schrieben wir in einem Artikel zum Börsenausblick für 2020 noch ”Erwarten Sie das Unerwartete”. Und nun ist schon eine Situation da, an die zum Jahresanfang kaum einer dachte. Selbst die beiden Herren Byron Wien und Joe Zidle aus dem Hause Blackstone, deren jährliche Kolumne ”The 10 Surprises of …” uns den Anstoß zu der Aussage ”Erwarten Sie das Unerwartete” gab, hatten die Verschärfung der Situation um den Coronavirus nicht in ihrer Liste.

Positiver BörsenausblickDie langfristige Perspektive an den Börsen bleibt gut // Bild: adobe @ Petrus Bodenstaff 

Wie aus Unsicherheit Panik wird

Die Unsicherheit über Covid 19 ist so groß, weil das Virus bisher ebenso unbekannt war wie der Umgang mit einer solchen Situation. In unserer Welt muss alles geregelt und geplant sein, damit wir uns wohl fühlen. Gibt es Abweichungen von der Norm, breitet sich Unsicherheit aus. Greifen dann auch Notfallpläne nicht, vergrößert sich die Unsicherheit und es kommt zu Angst und Panik.

Letzteres erlebten wir in den vergangenen Wochen an den Kapitalmärkten weltweit. Während Privatanleger größtenteils besonnen blieben, mussten sich institutionelle Anleger vielfach an die ihnen auferlegte Regeln halten. Daher verkauften sie massenhaft Wertpapiere, die eben noch als hervorragende Investments galten. Ein Risikobudget nach dem anderen war aufgebraucht und so nährte sich die Abwärtsbewegung von selbst. Wir kennen dieses Herdenverhalten aus den Abwärtsbewegungen der Vergangenheit, von denen es schon so viele gab und die immer das gleiche Verhaltensmuster zeigten.

Was die Märkte beruhigen könnte

In der gegenwärtigen Unsicherheit an den Aktienmärkten stellt sich die Frage, was die Märkte wieder beruhigen könnte. Hilfreich wären sicherlich:

  • Valide Zahlen über einen Rückgang der Neuinfektionen
  • Kühle Köpfe und eine Besinnung auf Fundamentaldaten statt Aktionismus
  • Erkennung von Chancen

Zudem könnten fiskalpolitische Maßnahmen wie Steuersenkungen angesichts des bereits niedrigen Zinsniveaus wirksamer sein als die Instrumente der Geldmarktsteuerung.

Warum Sie jetzt nicht verkaufen sollten

In den letzten Kursrückgängen an den Aktienmärkten ist eine Rezession bereits eingepreist. Wie stark die Rezession eintreten wird, kann heute niemand einschätzen. Somit sind erfreuliche Überraschungen im Bereich des Möglichen. Das wird aber von der weiteren und durchaus ungewissen Entwicklung der Pandemie abhängig sein. Zuerst war die Tourismus- und Freizeitbranche betroffen, nun kommen andere Branchen wie die Automobilindustrie dazu, die den mangelnden Nachschub von Teilen zu beklagen hat.

Unsere Meinung: Die Frage, ob man jetzt noch verkaufen sollte, dürfte sich überhaupt nicht stellen. Wer sich diese Frage jetzt stellt, hat die persönliche Risikotragfähigkeit bei der Investition in Aktien falsch eingeschätzt.

Vorbild Warren BuffetT

Angst ist kein guter Anlageberater. Vorbild für Investoren ist vielmehr Warren Buffett von der legendären Berkshire Hathaway. Er hält in solchen Situationen nach Investitionen und Chancen Ausschau und denkt nicht im Geringsten daran, die Unternehmen zu verkaufen, an deren Geschäftsmodelle er glaubte und glaubt. Ein erfolgreicher Investor schert sich nicht um kurzfristige Irritationen! Ein Dietmar Hopp wird in diesen Tagen sicher ebenso wenig daran denken, seine Anteile an SAP zu veräußern wie das Land Niedersachsen seine Anteile an Volkswagen zur Disposition stellen wird oder die Familie Quandt ihre Anteile an BMW.

Warum sollten Sie es also anders machen als andere erfolgreiche Investoren? Zumal ein Blick in die Börsenhistorie zeigt: Die Kurse werden wieder steigen und auf Dauer neue Höchststände erklimmen.

Zurück zum Magazin