Werte leben

Über die Rolle der Banken in unserer Gesellschaft wird viel diskutiert. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob die Spielregeln des Finanzsektors noch kompatibel sind zu unserem humanistisch geprägten Wertesystem oder ob die eindimensional-gewinnorientierte Motivation des Denkens und Handelns nicht das Miteinander und damit das ganze System langfristig gefährdet. Damit stellt sich die Frage, ob nachhaltiges, an Stakeholder-Interessen ausgerichtetes Banking im internationalen Kontext praktiziert werden kann. Kritiker des Nachhaltigkeitsgedankens argumentieren, dass die Marktteilnehmer im Entscheidungsfall immer die höhere Rendite wählen und damit gewinnmindernde Nebenbedingungen aussortieren. Diese Betrachtung lässt jedoch außer Acht, dass immer mehr Menschen ihre Anlageentscheidungen unter Einbeziehung von wertorientierten Nebenbedingungen fällen. Das gute Gewissen, der Anspruch auf ein ethisch ausgerichtetes Portfolio, eine soziale Rendite, ein gesundes, in natürlichen Grenzen stattfindendes Wachstum ohne Verlierer ist vielen Menschen mittlerweile ebenso wichtig, wie eine ordentliche Verzinsung ihres Vermögens.

Langfristig kann nur der Werte aufbauen, wer Werte achtet

Nachdem das Finanzsystem auf realwirtschaftsfernem Terrain Scheinwerte aufgebaut hatte, die im Zuge der Finanzkrise verpufften, ist bei vielen Anlegern wieder das Bedürfnis gewachsen, in reale Werte zu investieren. Damit einher geht die Erkenntnis, dass die Entwicklung des Vermögens sich in natürlichen Grenzen vollziehen sollte. Weniger ist mehr, dafür aber nachhaltig. Eine neue Bescheidenheit? Nicht ganz! Eher ein neuer Realismus, verbunden mit der Überzeugung, dass gute Geldanlage sich nicht gegen die Werte unserer Gesellschaft und damit gegen die Grundlage unserer Existenz richten darf.

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